Geschichte

Geschichte des Heimatvereins Bersenbrück e.V.

1. Vorgänger

Im Zusammenhang mit der Einberufung einer Gründungsversammlung auf den 25. Juli 1933 hinsichtlich eines Heimatbundes auf der Ebene des Kreises Bersenbrück durch den Vorsitzenden des Kreisausschusses, Nietfeld-Beckmann, taucht im entsprechenden Protokoll zu dieser Sitzung eine Heimat-Ortsgruppe Bersenbrück mit dem Gemeinde-Vorsteher Niemann, Woltrup, als Leiter auf. Auf einer weiteren Sitzung des Heimatbundes am 29. November 1933 im Hotel Kreke wird mitgeteilt, dass die Ortsgruppe Bersenbrück 163 Mitglieder in 6 Arbeitsgemeinschaften aufweise.

2. Heimatverein Bersenbrück von 1953

Zu Beginn der fünfziger Jahre versuchten einige Bürger Bersenbrücks, den an der Heimatarbeit interessierten Personenkreis für die Gründung eines Heimatvereins zu gewinnen. Vor allem der damalige Bürgermeister der Gemeinde Bersenbrück, Fritz Kreke, war Motor dieser Bemühungen. Nach mancherlei internen Vorbesprechungen lud Bürgermeister Kreke zu einer Besprechung zwecks Gründung eines Heimatvereins am 17. November 1953 in das Hotel Kreke ein. Interessant ist die Liste der zu dieser Besprechung eingeladenen Personen: Pfarrer Große-Kreutzmann, Kreisoberrentmeister Theodor Bekehermes, Landwirtschaftsrat a.D. Dietrich Korfhage, Buchdruckermeister Franz Hülsmann, Sparkasseninspektor Gustav Wiescher und Sparkassenangestellte Margret Büter.

Auf einer erweiterten Vorstandssitzung des 1951 in Fürstenau wiederbegründeten Kreisheimatbundes am 24. November 1953 im Bersenbrücker Hotel Kreke wurde dann der Heimatverein Bersenbrück aus der Taufe gehoben, ein Verdienst also des KHBB wie in vielen anderen Fällen auch. Vorsitzender wurde Pfarrer Große-Kreutzmann, stellvertr. Vorsitzender Landwirtschaftsrat a.D. Dietrich Korfhage, Kassierer Buchdruckermeister Franz Hülsmann, Schriftführer Sparkasseninspektor Gustav Wiescher und 2. Schriftführerin Sparkassenangestellte Margret Büter. Zum Beisitzer wurde Bürgermeister Fritz Kreke gewählt.

Zum ersten Mal an die Öffentlichkeit trat der neu gegründete Verein am 8. Februar 1954 mit einer Versammlung im Saal Hengeholt, auf der Prof. Baader zum Thema „Entstehung und Bedeutung der Familiennamen in Bersenbrück“ sprach. Manches Mitglied konnte an diesem Abend gewonnen werden. Der Mitgliedsbeitrag betrug damals zwei DM, nach 30 Jahren lag er dann bei fünf DM.

Unter der Leitung seines sehr aktiven Vorsitzenden Pfarrer Große-Kreutzmann, der unter dem Pseudonym Jürgen Stockhow auch viele Beiträge in Zeitungen und Büchern lieferte, entwickelte sich der Heimatverein zu einem wichtigen kulturellen Faktor in Bersenbrück. Schwerpunkte waren zunächst die Mundartforschung, die geschichtliche Entwicklung der Gemeinde, alte Bauernmöbel als Beispiel für die ländliche Kultur, Recht und Brauchtum der Vorfahren, Klönabende und ab 1955 auch Ausflüge und Studienfahrten.

Die Weiterentwicklung im Verein lässt sich auch im Mitgliederbestand ablesen: Ende 1954 hatte der Heimatverein 35 Mitglieder, 1955 waren es 49 und 1956 bestand er aus 93 Personen. Der Verein gab sich eine Satzung und wurde in das Vereinsregister eingetragen. Auf der Mitgliederversammlung am 3. März 1955 wurde das bisherige Provisorium beendet und Vorstand und Beirat endgültig durch Wahl in Amt und Würden erhoben. Kreisoberrentmeister Theodor Bekehermes kam in den Beirat, der stellv. Vorsitzende des Vereins, Dietrich Korfhage, übernahm zeitweilig die Betreuung des Kreismuseums. Schon 1956 befasste sich der Heimatverein mit Fragen des Naturschutzes. Auch Fahrradwanderungen standen bereits auf dem Programm. Im Jahr 1956 schied der Vorsitzende Pfarrer Große-Kreutzmann aus und wurde zum Ehrenvorsitzenden ernannt. Nachfolger wurde Dietrich Korfhage, sein Stellvertreter Ernst Jöring, mit in den Beirat kam Forstmeister i.R. Willy Hintz. Die Jahreshauptversammlung 1958 wies 171 Mitglieder aus, neu in den Beirat kamen Franz Hugenberg und Georg Husmann. Im Jahre 1959 waren es 190 Mitglieder, neuer 2. Schriftführer wurde Hubert Schulte.

Zu Beginn der 60er Jahre kam die Arbeit des Vereins ins Stocken, bedingt durch die Erkrankung des Vorsitzenden Korfhage. Berufsschuldirektor Johannlükens kam in den Beirat mit dem Ziel, den Vorsitz zu übernehmen. In der Folgezeit bestand zwar der Heimatverein weiter, auch die Mitglieder blieben dem Verein treu, zu nennenswerten Aktivitäten kam es jedoch nicht mehr.

3. Wiederbegründung des Heimatvereins

Erst 1974 gab es wieder Bestrebungen, den Heimatverein wieder zu beleben, auch hier war der KHBB mit seinem Kassenwart Gustav Elschen aus Bersenbrück die treibende Kraft. Schließlich gab es bereits in fast allen größeren Gemeinden des Altkreises wieder Heimatvereine. Auf einem großen Heimatabend im voll besetzten Hotel Hengeholt-Heuer konnte ein neuer Vorstand gewählt werden. Vorsitzender wurde Hugo Kodde, stellv. Vorsitzender Walter Sandbrink, Schriftführer Franz Buitmann, 2. Schriftführer Bernd Büscher, Kassenwart wurde Franz Hülsmann, der als einziger vom früheren Vorstand übrig geblieben war. Als Beiratsmitglieder wurden Bernhard Steinkamp, Gerhard Lux, Gerd König, Hubert Schulte, Gertrud Underbrink und Magda Elschen gewählt. Den Festvortrag zur Wiederbegründung hielt der Vorsitzende des KHBB, Prof. Dr. Eberhard Ostendorff, Bippen, der über die Aufgaben und den Sinn eines Heimatvereins referierte. Die Satzung blieb in Kraft, der Mitgliedsbeitrag betrug drei DM. Vorgeführt wurde erstmalig wieder der Bersenbrücker Heimatfilm von der Stadterhebung 1956.

Schwerpunkte der ersten Jahre nach der Wiederbegründung waren die Sicherstellung, Erforschung und Pflege übernommener Kulturwerte, Erhaltung und Pflege der plattdeutschen Sprache, Umwelt- und Landschaftsschutz, Rad- und Fußwanderungen, Aufbau eines Archivs, Herausgabe von Schrifttum sowie gesellige Veranstaltungen. Der Heimatverein wurde Mitglied im KHBB und Wiehengebirgsverband Weser-Ems.

Weitere Aktivitäten des Heimatvereins in den Folgejahren waren Säuberungsarbeiten als Umweltschutz, Foto-Wettbewerbe zur Erstellung eines Foto-Archivs, Erwanderung von Fernwanderwegen des WGV und Wochenendwanderungen, Errichtung einer Arbeitsgruppe Naturschutz mit Aufhängen von Nistkästen und Baumpflanzaktionen, Durchführung von Heimatabenden und Beteiligung am Ferienspaß der Stadt Bersenbrück sowie Pflege des Brauchtums mit dem Osterfeuer, dem Aufstellen eines Maibaums und dem Nikolaus-Laternenumzug, auch Stadtführungen wurden angeboten. Domizil des Heimatvereins wurde die Heimatstube in der historischen Klosterpforte. Freundschaftliche Kontakte wurden zum Heimatkreis Greifenhagen/Pommern aufgebaut. Im Jahre 1983 feierte der Heimatverein im Vereinslokal Kreke das 30jährige Jubiläum mit einem Festakt, Dr. August Schröder, Stadtarchivar in Fürstenau, referierte über die Geschichte Bersenbrücks und des Klosters mit dem Geschlecht der Ravensberger. Eine Chronik wurde herausgegeben.

Ein wichtiges und arbeitsreiches Projekt nahm sich der Heimatverein in den 90er Jahren mit der Renovierung der „Feldmühle“ und Umgestaltung zu einem Heimathaus vor. Zur Unterstützung dieser sich über viele Jahre hinziehenden Aufgabe wurde der „Förderverein historische Feldmühle von 1729“ mit dem Vorsitzenden Rudi Wiegmann, auch Beiratsmitglied im Heimatverein, gegründet. Zusammen mit der Stadt Bersenbrück und vielen Unterstützern in finanzieller und arbeitstechnischer Hinsicht konnte das Projekt schließlich zu Beginn des neuen Jahrtausends fertig gestellt werden.

Inzwischen ist das Heimathaus eine viel besuchte kulturelle Einrichtung in Bersenbrück und das Domizil des Heimatvereins. Im Obergeschoss hat der Verein seinen Versammlungsraum mit Archiv, außerdem finden hier Ausstellungen statt. Im gemütlich eingerichteten Erdgeschoss mit Küche, Kamin und Theke werden öffentliche und private Veranstaltungen durchgeführt. Im Erdgeschoss mit sanitären Anlagen richtet der Wasserverband Bersenbrück zur Zeit einen „Lernstandort Wasser“ ein. Im Umfeld des Heimathauses mit einer Remise können ebenfalls Veranstaltungen stattfinden, ein alter Mühlstein, das Wasserrad, das Friedenszeichen „Varus-Schlacht“, Gedenktafel und –stein zur Erinnerung an die Heimatvertriebenen und nicht zuletzt der Feldmühlenteich mit einem Biotop laden dazu ein. Beiratsmitglied Alois Küthe brachte sich mit seiner Arbeit besonders ein und fungiert als „Hausmeister“.

Am 10. Oktober 2003 feierte der Heimatverein mit einem großen Heimatabend im Hotel Hengeholt-Heuer seinen 50. Geburtstag. Der Vorstand wies zu dieser Zeit folgende Mitglieder auf: Vorsitzender Franz Buitmann, stellv. Vorsitzender Walter Sandbrink, Geschäftsführer Lothar Grade, Kassenwart Heinz Drucks, stellv. Geschäftsführer Mario Parske. Zum Beirat gehörten: Bernd Büscher, Hermann Böhnisch, Joachim Berek, Margret von der Haar, Gerd König, Lisa Markus, Josef Peters, Ernst Schulte, Christel Steinkamp, Heinz Vogel, Lothar Volkmann, Alois Weiland, Bernhard Zurlienen, Gert Kogelberg und Ewald Webering. Ehrenmitglieder waren Hugo Kodde und Franz Hülsmann.

Neben den jährlichen Regelveranstaltungen ist die weitere Ausgestaltung des Heimathauses eine ständige Aufgabe. Seit 2009 gibt der Heimatverein viermal im Jahr ein Mitteilungsblatt heraus, seit dieser Zeit erscheint auch ein Heimat-Kalender.

Zur Zeit (2010) besteht der Vorstand aus folgenden Mitgliedern: Vorsitzender Franz Buitmann, stellv. Vorsitzender Walter Sandbrink. Geschäftsführer Hermann Sattinger, Kassenwart Wolfgang Rehkamp, stellv. Geschäftsführer Franz Wellmann. Zum erweiterten Vorstand gehören: Hermann Böhnisch, Heinz Drucks, Lothar Grade, Manfred Kalmlage, Gerd König, Gert Kogelberg, Alois Küthe, Christel Steinkamp, Heinz Vogel, Lothar Volkmann und Ewald Webering.

Franz Buitmann